Einteilung des Krankheitsbilds Narkolepsie

Idiopathische Hypersomnie
Tagesmüdigkeit (Schlafbedürfnis tagsüber), vermehrter Nachtschlaf, schwere Weckbarkeit.

Inkomplette Narkolepsie
Narkolepsie ohne Kataplexien, ggf. auch Auftreten von nur vereinzelter Symptome der Narkolepsie

Klassische Narkolepsie
die typischen Symptome:

Tagesschläfrigkeit ist das Hauptsymptom der Erkrankung und äußert sich in einer schwer zu beherrschen Schläfrigkeit. Häufig kommt es zu ungewolltem Einschlafen.

Kataplexien
kurz andauernde Attacken von Muskel-schwäche, die je nach Schwere zum Erschlaffen der Geschichtsmuskeln, Weich-werden in den Knien oder sogar zum vollständigen Hinfallen führen können. Ausgelöst werden Kataplexien meist durch Lachen oder plötzliche Affekte, wie z.B. Freude, Ärger oder Überraschung. Das Bewusstsein des Patienten ist während der Kataplexien nicht gestört oder nur geringfügig beeinträchtigt.

Schlaflähmung beim Einschlafen oder in der Aufwachphase auftretender Verlust des Muskeltonus mit vollständiger Bewegungsunfähigkeit.

Hypnagoge Halluzinationen lebhafte, wirklichkeitsnahe, häufig angstvolle Trug- und Traumwahrnehmungen beim Einschlafen. Der Zustand wird oft begleitet von Schlaflähmungen.

Störungen des Nachtschlafes zerhackter Schlaf und häufiges Erwachen aus dem Schlaf mit z.T. stundenlangem Wachliegen.

Automatisches Verhalten
Handlungen, die im Halbschlaf weiterge-führt werden und die durch die mangelnde Wachheit fehlerhaft oder unsinnig sein können, In vielen Fällen wird eine zusätzliche Behinderung durch

Schlafapnoe
Schnarchen mit Atemstillständen

Restless-legs-Syndrom
unangenehme Beinkrämpfe, vor allem vor dem Einschlafen festgestellt, ebenfalls durch plötzliche Schlafattacken und Kataplexien entstandene Hals- und Wirbelsäulenschädigungen.

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Nach Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertengesetz wird Narkolepsie je nach Schwere mit 40-80% Gdb/MdE +/-eingestuft. Eine Diagnose sollte in jedem Fall in einem seitens der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in akkreditierten schlafmedizinischen Zentren erfolgen.

Die medikamentöse Behandlung kann nur durch den erfahrenen Arzt erfolgen, doch sollte der Patient die Grundregeln der Behandlung kennen. Da es ein Medikament gegen alle Symptome der Narkolepsie bisher nicht gibt, lassen sich die Symptomenkreise Tagesschläfrigkeit, Tonusverlust und gestörter Nachtschlaf nur getrennt behandeln. Zusätzlich wird eine psychologische Begleitung empfohlen (Umgang mit Medikamenten, Akzeptanz der Krankheit, Umgang mit der
Familie, dem Freundeskreis und am Arbeitsplatz, Umgang mit der Zeit, der Ernährung und mit Emotionen).Die klassische Narkolepsie gehört zum Bereich „seltene Krankheiten“. Betroffen sind 6-8 Personen pro 10.000 Einwohner.